MALTA

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Gastbeitrag: Auf den archäologischen und architektonischen Spuren Maltas Von: Nicole Huber 01. 10. 2016

Auf den archäologischen und
architektonischen Spuren Maltas

Zwischen Italien und Nordafrika: Maltas geographische Lage im Mittelmeer hat zu einer besonderen Rolle im Laufe der Geschichte beigetragen. Diese Inselgruppe musste in den letzten Jahrhunderten, wegen seiner militärisch strategischen Lage, eine Reihe von Übernahmen über sich ergehen lassen. Jede dieser Perioden haben auf irgendeine Weise ihre Spuren in der Geschichte hinterlassen, sei es durch die Forts, Kammern, Kirchen, Kunstwerke oder nur die vielen bezaubernden Aspekte von Maltas unvergleichlichen Kulturen. Ein Besuch in Malta ist eine Zeitreise mit historisch bedeutsamen Überresten an jeder Ecke.

Megalithische Tempel

Eine große Anzahl von Maltas Tempeln geht zurück in die Steinzeit etwa 4000 v.Chr. Sie sind sogar noch älter als die Pyramiden. Der Nachweis des frühen neolithischen Lebens kommt aus den Überbleibsel von Keramik und Knochen rund um die Standorte, es ist schwierig festzustellen, wann der eigentlichen Tempel erbaut wurde, da Zivilisationen aus der Bronzezeit später auf einigen Stellen ihre eigenen Gefüge erbaut haben. Archäologen haben sich stark auf die Radiocarbondatierung verlassen um die Tempel zu erkunden. Es ist ein Verfahren zur radiometrischen Datierungkohlenstoffhaltiger, insbesondere organischer Materialien. Der zeitliche Anwendungsbereich liegt zwischen 300 und etwa 60.000 Jahren. Maltas neolithischen Tempel sind als UNESCO-Weltkulturerbe und in Malta geschützt.

Wissenswertes: Die Außenwände des Tempels bestehen aus Hartkorallen und Kalkstein, während für den Innenausbau der weicherer Kalkstein Globigerina verwendet wurde. Diejenigen, die die Tempel gebaut haben, besaßen ausgezeichnete Fähigkeiten in der Arbeit mit diesen spezifischen, leicht verfügbaren Steinen.

Touristen-Info: Die wichtigsten megalithischen Tempelanlagen gehören Ġgantija, Ta ‘Hagrat Tempel, Skorba Tempel, Hagar Qim, Mnajdra und Tarxien Tempel.

Die Höhle der Calypso, Gozo

Entgegen des weit verbreiteten Glaubens, dass eine antike griechische Kolonie Malta besetzt haben soll, ist es ungewiss ob diese je existiert hat. Die fünf Jahrhundert Herrschaft Maltas zwischen 396-870, weist keine konkreten Hinweise zu einer bedeutenden griechischen Präsenz auf der Insel zwischen 800 und 500 v.Chr. auf. Zwar gibt es keinen Zweifel an der Existenz des griechisch sprachigen Byzantinischen Reiches. In Anlehnung an diese Legende, war es die Höhle der Calypso auf der schönen maltesischen Insel Gozo über die Homer in der Odyssee geschrieben hat. Calypso war in der griechischen Mythologie eine Nymphe, die auf der Insel Ogygia lebte (vermutlich Gozo), sie hielt den sterblichen griechischen Helden Odysseus sieben Jahre lang in der Höhle gefangen. Obwohl sie in ihn verliebt war, befreite sie ihn schlussendlich im September auf den Befehl von Zeus, der Odysseus mit seiner Frau Penelope vereint zu sein wollte. Unabhängig davon, ob „Calypso Cave“ in Gozo wirklich die Inspiration von Homer war; der Mythos zieht jedes Jahr hunderte Besucher in die Grotte. Die meisten von ihnen sind ebenso beeindruckt von der atemberaubenden Aussicht, wie mit dem Gefühl der Mystik rund um die Felsen und dem Gehäuse. Die Aussicht um die Ramla Bay. mit seinen langen Sandstreifen und den grasbewachsenen Klippen, wird die oft als der schönste Strand des Archipels angesehen.

Wissenswertes: Der Name „Malta“ soll aus dem Griechischen stammen, „Melite“ ist das griechische Wort für Honig: die maltesischen Inseln sind für ihre Herstellung berühmt geworden. Es wird angenommen, dass Römer später aus „Melite“ „Melita” gemacht haben, daraus entstand schließlich „Malta“.

Touristen-Info: Um Enttäuschungen zu vermeiden, sollte man vor dem Besuch sichergehen, dass die Höhle für die Öffentlichkeit zugänglich ist, denn zeitweilig ist sie wegen „geologischer Aktivitäten“ geschlossen.

Historischer Pfad, Xemxija Heritage Trail

Es dauert 90 Minuten den Xemxija Heritage Trail zu vervollständigen, dort findet man eine große Auswahl an historisch bedeutsamen Orten, einschließlich einer alten Menhir, das punisches Grab, prähistorische Grabhöhlen, Höhlenwohnungen, Getreidespeicher, neolithischen Tempel, einen alten Johannisbrotbaum und die mysteriösen Wagenspuren. Hinsichtlich der Einflüsse der Römer auf dem Gebiet sind hier römische Straßen, römische Badehäuser und römische Bienenhäuser zu finden. Dieses hochkonzentrierte Gebiet der archäologischen Wunder wird liebevoll auf freiwilliger Basis erhalten und im Gegensatz zu so vielen anderen touristischen Attraktionen in Malta relativ weit entfernt und nicht perfekt frequentiert.

Wissenswertes: Die maltesische Marke „Zeppi“ ist ein alkoholischer Sirup, der aus Früchten produziert wird. Es werden dafür Bohnen aus Johannisbrotbäumen verwendet, die entlang der Xemxija Heritage Trail gefunden werden, um daraus Likör „Harruba“ zu machen. Diese Bohnen werden geröstet und gesiedet, dies führt zu einer kakaohaltigen Flüssigkeit, die mit Orange-Extrakten verfeinert wird.

Touristen-Info: Manche Teile des Pfades gehen bergauf und sind für Behinderte nicht leicht zugänglich sind. Wegen der hohen Sommertemperaturen ist es nicht ratsam den Weg, zwischen 12:00 und 14:00 Uhr anzutreten.

St. Pauls Katakomben, Rabat

Das Christentum in Malta besteht es seit 2000 Jahren und zugeschrieben wird die Einführung, mit der Ankunft auf den maltesischen Küsten von St. Paul, im Jahre 60. Der Apostel Paulus wurde als politischer Rebell mit dem Schiff nach Rom gebracht. Ein Sturm zerstörte das Schiff und Hunderte von Passagieren wurden von Bord geschafft, um sicher an die Küsten zu schwimmen, welche jetzt als die Insel von St. Paul bekannt ist. Die Malteser begrüßten und betreuten die Überlebenden, gaben ihnen Essen und machten ein Feuer zur Beleuchtung an. Als sie um das Feuer kauerten, wurde Paulus von eine giftigen Schlange gebissen. Schaulustige waren entsetzt, sie waren in Sorgen, dass Paulus an dem Schlangenbiss erkranken könnte. Als er keinen ernsthaften Schaden davon trug, nahm das vor Schrecken erstarrte Publikum dies als ein Zeichen dafür, dass Paulus ein heiliger Mann sein müsse. Er wurde in Malta gefeiert und verewigt, insbesondere durch die St. Pauls Katakomben und das unglaubliche Gräberfeld in Rabat. Diese unterirdischen Gräber sind von großer Bedeutung in der Studie von Maltas paläochristlichen Archäologie. Die Katakomben wurden vor allem von den Römern genutzt, hier fanden offenbar eine Mischung aus Paganen, jüdischen und christlichen Bestattungen statt – ein Zeichen für Maltas religiöse Vielfalt an diesem Punkt in der Geschichte.

Wissenswertes: Die berühmte Geschichte von St Paul der an den Schlangenbiss erlitten hat, wird in mehreren religiösen Kunstwerken rund um Malta dargestellt – aber auch im Innenbereich der ikonischen Kuppel der St. Pauls Cathedral in London.

Touristen-Info: Nur zwei von den 24 Katakomben sind für die Öffentlichkeit zugänglich. Sie sind täglich von 09.00 bis 05.00 geöffnet.

Türkischer Friedhof, Marsa

Heute sind nur noch 1% der Bevölkerung von Malta Muslime, aber zu einem früheren Zeitpunkt war der Islam die vorherrschende Religion auf den Inseln. Spanischen Mauren beherrschte Malta zwischen den Jahren 870 und 1091. Während dieser Zeit wurde sizilianisch-arabisch als offizielle Sprache eingeführt, die einen starken Einfluss auf die maltesische Etymologie hatte. Die maltesische Sprache hat sich in ein völlig einzigartiges Derivat aus dem Arabischen entwickelt und sich einem „schrittweisen Prozess der Latinisierung“ unterzogen und teilweise durch eine Reihe von englischen und italienischen Wörtern gebildet. Maltesisch ist die einzige arabische Sprache, die in lateinischer Schrift geschrieben wird. Wenn man sich in Malta aufhält, wird man feststellen, dass viele Ortsnamen arabischer Herkunft sind – Mdina, Rabat, Mqabba, Għajnsielem, Xagħra und Żejtun – um nur einige zu nennen. Auch der maurische Einfluss in den modernen maltesischen Kulturen sind der kulinarischen Küche zu finden. Genau wie in Sizilien hatten die Mauren viele Zutaten und Kochtechniken nach Malta gebracht. Heute definieren sich die kulinarischen Insel-Traditionen über Mandeln, getrocknete Früchte und Sirup. Die traditionelle maltesische „Pastizzi“ (ein mit Käse oder Erbsen gefülltes Gebäck) und „imqaret’ (ein gefülltes Nachtischbrot) ist aus der Zeit entstanden in der sich Malta unter muslimischer Herrschaft befand. Heute können Touristen den türkischen Friedhof in Marsa aus dieser Zeit besuchen. Das ansehnliche Gebäude verfügt über eine klassisch maurische Architektur.

Wissenswertes: Kunstautor T.M.P Duggan beschreibt den türkischen Friedhof als „das osmanische Gebäude, das über die Grenzen des osmanischen Sultanats in dem neuen osmanischen islamischen Stil gebaut wurde. Er ist die am wenigsten Bekannte und sicherlich heute wichtigste Überlebenden des neunzehnten Jahrhunderts.“

Touristen-Info: Leider können die Besucher den türkischen Friedhof nicht betreten. In den letzten Jahren gab es häufig Diskussionen darüber, das Gebäude zu renovieren, um den Weg für Besucher und für weitere intensivere Erlebnisse zu ebnen.

Mdina

Mdina oder “The Silent City” ist zweifellos eine der schönsten Edelsteine von Malta. Diese ungemein atmosphärische und schön befestigte Stadt hat in unzähligen Filmen und TV-Produktionen mitgewirkt, von „Der Graf von Monte Cristo“ zu “Game of Thrones” ist es unverkennbar, warum. Durch die Straßen zu gehen ist wie eine kleine Zeitreise: eine Erfahrung, die Bilder von edlen Ritter und mittelalterlichen Märkten hervorruft. Mdina wurde von phönizischen Siedlern im 8. Jahrhundert vor Christus erbaut und wuchs deutlich in der Größe unter der byzantinischen Besetzung. Im Mittelalter diente Mdina als die Hauptstadt der Insel. 1530 wurde die Stadt Birgu vom Orden des heiligen Johannes als Verwaltungszentrum von Malta bestimmt, so dass Mdina zwangsläufig an Bedeutung verlor. Die Wiederbelebung der Stadt sollte zum Anfang des 18. Jahrhunderts erfolgen und während dieser Zeit wurden viele barocke Merkmale der ansonsten typisch-mittelalterlichen Stadt hinzugefügt. Heute ist sie ein UNESCO-Weltkulturerbe und eine der beliebtesten Touristenattraktionen in ganz Malta.

Wissenswertes: Neben seiner faszinierenden Geschichte ist Mdina für seine renommierten Glasfabrik und die bunten handgemachte Glasprodukte von lokalen Künstlern gestaltete bekannt. Mdina Glass bietet erstaunliche Produkte, auf alle Fälle ein Besuch wert.

Touristen-Info: Während man Mdina am Morgen oder am frühen Nachmittag besuchen sollte, können in der Zwischenzeit die vielen Museen und Geschäfte zu erkundet werden.

St. Johns Co-Cathedral, Valletta

Der katholische Malteserorden war ein militärischer Orden, der in Jerusalem gegründet wurde. Heute ist es überwiegend als Souveräner Militärorden in Malta tätig und ist es der älteste erhaltene Ritterorden der Welt. Ohne Zweifel war die Herrschaft der Insel unter der Besetzung von St. Johns Malteserorden, die bekannteste. Unter den Johanniter Rittern, bekämpften die Malteser erfolgreich die versuchte Invasion des Osmanischen Reiches im Jahre 1522 und wurde zu einer der herausragenden Siege in der Geschichte – dennoch verlor Malta ein Drittel seiner Einwohner. Im Anschluss an die monumentale Schlacht ließen sich die Ritter permanent in Malta nieder und Valletta etablierte sich als die neue Hauptstadt der Insel. Die bemerkenswerteste Festung von Valletta wurde von den Rittern erbaut, wie die majestätische St. Johns Co-Kathedrale im Zentrum der Stadt. Diese Kathedrale ist eines der wertvollsten Attraktionen in ganz Malta, nicht nur wegen ihres historischen Wertes, sondern aber auch wegen der ungeheuer dekadenten Kircheneinrichtung, Inbegriff des Barockstils und die Darstellung vom Original Caravaggio Gemälde. Im Jahre 1606 floh der Renaissance-Künstler nach Malta, nachdem er einen Mann in Neapel ermordet hatte. Während seiner Zeit in Malta, malte Caravaggio eines seiner berühmtesten Werke – „Die Enthauptung Johannes des Täufers“, die man jetzt in St. Johns Co-Cathedral findet.

Wissenswertes: Das berühmte „Battle of Malta“ ist heute international bekannt für das größte europäische Pokerturnier, das alljährlich in St. Julians stattfindet. Die Veranstaltung zieht mehr als 2.000 Spieler aus der ganzen Welt an und fördert das Wissen und die Geschichte von Malta.

Touristen-Info: Johannes Co-Cathedral ist montags bis freitags von 9.30 bis 16.30 Uhr und samstags von 9.30 bis 12.30 Uhr geöffnet.

Britische Telefonzellen

Nachdem die Briten den Maltesern im Jahre 1813 geholfen haben sich von den französischen Rebellen zu befreien, übernahm Großbritannien die Regierung der Inselgruppe. Während seiner Zeit als Kronkolonie, wurde Malta stark durch die britische Kultur beeinflusst. Als Englisch die Amtssprache neben Maltesisch wurde, konnte Malta die internationalen Beziehungen und den Aufbau Tourismus-Industrie ausbauen. Als der erste und zweite Weltkrieg voranschritt, wurde Malta zu einer wichtigen strategischen Festung. Britische Truppen spionierten an der sizilianischen Achse und kämpften gegen deutsche Truppen die versuchten aus nach Nordafrika einzudringen. In den unterirdischen „Lascaris War Rooms“ von Valletta (ehemaliger Gefechtsstand auf Malta) kann man die Originalkarten und Verschlüsselungsmaschinen während des Zweiten Weltkrieges sehen. Erstaunlicherweise kann man sogar das Büro von Eisenhower sehen, wo er während seiner militärischen Besuche gearbeitet hatte. Malta wurde während des Zweiten Weltkrieges stark bombardiert, neben der Pflege der verletzten maltesischen Soldaten, wurde den Menschen in Malta von King George V, die George-Kreuz Auszeichnung für Tapferkeit vergeben – als Anerkennung für die zentrale Rolle im Sieg gegen die Alliierten. Man sieht heute noch den Einfluss Großbritanniens über die Insel Malta in Form von roten Briefkästen und Telefonzellen. Erst 1964 erlangte Malta seine Unabhängigkeit, das macht Großbritannien zur letzten Weltmacht die besetzt Malta hatte.

Wissenswertes: Queen Elizabeth lebte zwischen 1949 und 1951 in Malta und es wird immer noch gesagt, dass die Insel zu ihren Lieblingsorten zählt.

Touristen-Info: Die besten Plätze, um die ikonische britische Post- und Telefonzellen zu sehen: Valletta, Mdina und Gozo.

Endlos ist der unglaubliche Reichtum in der Geschichte in der Archäologie und Architektur verankert. Ein hochkonzentriertes Zentrum der Kultur ist nicht leicht zu finden, so findet man hier auf Malta viel an Europäischer Geschichte. Wenn man dann die ungeheure Menge an Kultur und die Informationsflut erlebt hat, gibt es immer noch einen wunderschöner Strand irgendwo, wo man faulenzen und das unschlagbare Mittelmeerklima genießen kann

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